Unsere Tiere
Acanthophis rugosus (woolfi)/Raunackige Todesotter (LOVERIDGE,1948)
Die Todesotter, die Schlange mit dem schnellsten Biss. Sie attackiert so schnell, dass das menschliche Auge nicht hinterherkommt.
Unsere Tiere stammen aus Dajarra Australien. Sehr schöne rot gold gefärbte Tiere. Auch das Weibchen ist schön rot gold gefärbt, was bei dieser Art nicht immer selbstverständlich ist.
Die Tiere kommen aus einer sehr trockenen und kargen Landschaft. In Dajarra wird es unglaublich heiß. Sie können also im Terrarium gut wärme gebrauchen. Die Jungtiere sollte man allerdings nicht zu trocken halten. Sie häuten sich dann schlecht bis gar nicht und sterben.
Die Todesottern werden auch mit 40-50 cm nicht wirklich groß und lassen sich super in kleineren Terrarien pflegen, wenn man sie einzeln hält. In größeren Terrarien ist eine paarweise Haltung möglich, aber trotzdem als kritisch zu betrachten, da es doch schnell mal passieren kann, dass das zweite Tier als Beute angesehen wird.

Lachesis melanocephala/Schwarzkopf-Buschmeister (SOLORZANO&CERDAS,1986)
Die Buschmeister bilden die Gruppe der größten Vipernarten der Welt. Mit einer durchschnittlichen Länge von ca. 2,2-2,4 m werden diese Tiere tatsächlich groß, aber mit diesen Werten ist diese Bezeichnung nicht gemeint. Es geht um die Rekordlängen, die Lachesis muta muta erreichen kann, mit Ausnahmetieren bis 3,6 m. Lachesis melanocephala ist bei 2,2 m anzusiedeln.
Es sind allerdings, zumindest nach unserer Erfahrung, sehr ruhige Tiere, die 90% ihres Lebens in ihrem Versteck verbringen. Dadurch ist es eine der wenigen Arten, bei der man die Terrarien schön einrichten kann ohne jeden Tag die Pflanzen zu erneuern. Hält man sie dauerhaft bei normaler Zimmertemperatur (22 Grad) und sprüht gelegentlich, wenn die Tiere in der Häutung sind, hat man einen sehr ausdauernden und anspruchslosen Pflegling. Man sollte sie nicht zu feucht halten, da sie sonst dazu neigen einen Pilz unter den Bauschuppen zu entwickeln und dann sterben. Speziell zur Lachesis melanocephala muss man sagen, dass sie nur in Costa Rica in einem sehr kleinen Areal vorkommt und somit eine der seltensten und gefährdetsten Schlangen der Welt ist.

Lachesis stenophrys/Zentralamerikanischer Buschmeister (COPE 1875)
Diese Art des Buschmeisters kommt in Nicaragua, Costa Rica und Panama vor und lebt vorrangig in deren feuchten Wäldern oder auch Vorgebirge. Eine genaue Populationsdichte ist leider nicht bekannt, aber man geht von einem sinkenden Bestand aus, weshalb diese Art als potentiell gefährdet eingestuft wird.
Früher war der stenophrys die Art, die man am meisten nachgezogen hat. Muta und melanocephala waren damals sehr schwer zu bekommen. Heute ist es umgekehrt. Unser Pärchen ist zwar noch klein, aber hoffentlich glückt uns in den nächsten Jahren die Nachzucht. Gemeinsam mit Markus Mossauer aus Österreich arbeiten wir an der Zucht der 3 Lachesis Arten.

Lachesis muta muta/Südamerikanischer Buschmeister (LINNAEUS,1766)
Eine weitere Art des Buschmeisters die wir pflegen. Diese Unterart hat ein recht großes Verbreitungsgebiet. Unsere Tiere stammen aus Surinam.
Die Haltung ist gleich wie bei Lachesis melanocephala. Nicht zu warm und sprühen, wenn sie in die Häutung kommen. Die Feuchtigkeit reguliert man am besten durch echte Pflanzen. Dann müssen die Tiere nur in der Häutung direkt angesprüht werden.
Alle Lachesis Arten sind eierlegend.

Bothrops taeniatus taeniatus/Gefleckte Lanzenotter (WAGLER,1824)
Diese wunderschöne Art aus dem Bothrops Komplex hat ein recht großes Verbreitungsgebiet in Südamerika. Sie ist auch farblich sehr variabel im jeweiligen Herkunftsland. Unsere Tiere stammen aus Ecuador, Rio Nangritza, Yantzana, Zamora-Chinchipe. Die Tiere haben anfangs eine arboreale Lebensweise und im späteren Verlauf Leben sie fast ausschließlich auf dem Boden. Auch Jungtiere sollen schon vermehrt auf dem Boden leben. Sie ist perfekt getarnt in ihrer Umgebung und schwer zu erkennen.

Bothrops bilineatus bilineatus/Grüne Jararacca (WIED-NEUWIED,1821)
Die grüne Jararacca, bildschöne Tiere aus dem Tiefland Surinams. Sie führen eine ausschließlich arboreale Lebensweise und sind ausschließlich nachtaktiv. Meist in Büschen und dünnästigen Bäumen angetroffen, fangen sie kleine Vögel, Säugetiere und Echsen. In der Häutung muss wirklich auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit geachtet werden, da diese sonst nicht gut verläuft.
Die Nachzuchten sind eher als "Besonders" zu betrachten. Denn um diese Tiere futterfest zu bekommen, braucht man einen langen Geduldsfaden. Mitunter können die Tiere nach 6 Monaten Aufzucht immer noch nicht futterfest sein. Wahrscheinlich werden sie sich in der Natur hauptsächlich von kleinen Geckos ernähren.

Bothrops jararacussu/Jararacussu Lanzenotter (LACERDA,1884)
Die Jararacussu, eine echte Dschungelschlange wie aus dem Lehrbuch. Mit durchschnittlicher Länge von 1,5 m, ist sie gut getarnt im Laub, ein richtiger Lauerjäger, der blitzschnell seine Beute packt und festhält. Sie hält sich gern in Gewässernähe auf und ist eine gefährliche „Tretmine“ im Dschungel. Unsere Tiere haben ihren Ursprung in Florinanopolis in Brasilien. Auch diese Tiere sollten bei normaler Zimmertemperatur gehalten werden. Spotstrahler werden gemieden.

Crotalus ericsmithi/Guerrero Langschwanzklapperschlange (CAMPBELL&FLORES-VILLELA, 2008)
Diese Art ist eine der seltensten und geheimnisvollsten Klapperschlangen der Welt und wir haben Nachzuchten dieser wundervollen Tiere erhalten. Sie wurde erst 2008 wissenschaftlich beschrieben und gehört zu den sogenannten "Long-tailed-Rattlesnakes", einer kleinen Gruppe der mexikanischen Klapperschlangen mit ungewöhnlich langen Schwänzen und winzigen Rasseln.
Der Name "ericsmithi" ehrt den amerikanischen Herpetologen Eric N. Smith.
Sie ist endemisch in Guerrero Mexiko und lebt dort in tropischen Eichenwäldern, Kiefernwäldern und bergigen Regionen meist zwischen etwa 500 und 1200m Höhe.
Sie gehören zu den kleinen Klapperschlangen-Arten und werden um die 60-80cm groß. Mit ihrem langen Schwanzende können sie sich sehr gut festhalten und sind so auch im Gebüsch anzutreffen.
Von der Technik wusste ich im schon Bescheid, allerdings habe ich es dann selbst bemerkt, als ich das Männchen getailt habe, und er sein Schwanzende mehrfach um meinen Finger legte. Ein Verhalten das man mehr von echten Baumbewohnern vermuten würde.
Diese Art ist ovovivipar, heißt die Jungtiere werden lebend geboren.
Das Gift ist stark toxisch und für kleine Säugetiere sehr effektiv. 2022 wurde das Gift erstmals detailliert untersucht. Das Ergebnis war ein hoher Anteil an Metalloproteinasen (Gewebezerstörung) und starke PLA2 Toxine. Viele Klapperschlangen besitzen die sogenannten Crotoxin-Komplexe. Diese fehlen hier offenbar vollständig. Das macht die Art biochemisch interessant.
Die Langschwanzklapperschlangen bilden eine eigene evolutionäre Linie:
- Crotalus stejnegeri
- Crotalus ericsmithi
- Crotalus lannomi
Aktuell und vermutlich ist Crotalus stejnegeri der Urtyp. Diese Gruppe gilt als eine der rätselhaftesten Linien innerhalb der Klapperschlangen.
Aktuell gibt es nur ein Foto aus der Quarantäne. Schönere folgen, sobald die Tiere in ihren Terrarien sind.

Bothriechis nigroadspersus/Greifschwanz-Palmenlanzenotter (BERTHOLD, 1846)
Die Greifschwanz-Palmenlanzenotter, eine der farblich variabelsten Schlangen der Welt.
Sie haben eine arboreale Lebensweise und leben im Dschungel von Costa Rica, Panama, Guatemala und Honduras. Wir besitzen ein junges Pärchen von einem befreunden Züchter aus Österreich.

Crotalus tzabcan/Yucatan Klapperschlange (KLAUBER,1952)
Die Yucatan Klapperschlange stammt aus dem Durissus/Simus Komplex und kommt auf der Halbinsel Yucatan (Mexiko, Guatemala und Belize) vor. Unsere Tiere stammen aus Chetumal, Quintana Roo in Mexiko.
Sie bekommen eine helle Grundfärbung und ihre Zeichnung am Rücken wird weinrot. Sehr schöne Tiere, die aber leider sehr oft nicht zu sehen sind.
Wir halten sie bei ca. 28 Grad mit UV Spot auf einem Erde-Sand-Gemsich. Nachts geht es auf 24 Grad runter. Im Oktober hatten wir eine Paarung bei recht kühlen Temperaturen von ca, 26 Grad am Tag und 20 Grad nachts. In der Phase von Oktober bis November halten wir das Terrarium kühl und trocken.

Bothrops asper/Terciopelo-Lanzenotter (GARMAN, 1883)
Bei der Terciopelo handelt es um eine weit verbreitete Lanzenotter von Nordost Mexiko bis Nord Peru und Kolumbien und Venezuela. Unsere Tiere stammen aus Ecuador und sind eine absolute Augenweide.
In Südamerika ist sie sehr gefürchtet und sorgt jedes Jahr für viele sehr schwer verlaufende Vergiftungen und viele Tote. Dazu kommt ihr ungestümes Wesen. Sie beissen sofort und sind blitzschnell. Diese Art sollte wirklich nur von Experten des Bothropskomplexes gehalten werden. Unerfahrene Halter kommen hier schnell an ihre Grenzen.
Die Haltung ist grundsätzlich sehr einfach. Ein warmes dicht bepflanztes Terrarium mit LF an die 80% am Tag und Nachts gern höher. Die Temperatur am Tag sollte in Richtung 30 Grad gehen und nachts nicht unter 24 grad. Dann sind sie sehr ausdauernde Pfleglinge. Die Zucht ist an sich kein Problem. Aber die Aufzucht kann anfangs etwas schwierig sein. Sie fressen in der Natur wahrscheinlich erst Amphibien. Mit etwas Mühe ist die anfängliche Fütterung mit Nagern aber kein Problem.

Bothrops brazili/Brazils Lanzenotter (Hoge, 1954)
Diese Art ist allgemein sehr selten in der Haltung. Das liegt daran, dass es, meines Wissens, bisher nur eine echte Nachzucht in Europa gab, und zwar in Tschechien.
Ihr Vorkommen hat sie in Ost Peru, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Französisch Guyana, Surinam, Brasilien und Bolivien.
Unsere Tiere stammen aus Ost Peru, also dem letzten Teil des Amazonas. Wie auf dem Bild nur unschwer erkennen kann, sind die Tiere auf dem Rücken rot gefärbt. Absolut einmalig im Bothropskomplex. Unsere Tiere sind recht klein mit 1,2m, aber dadurch das das Verbreitungsgebiet auch nicht gerade klein ist, gibt es auch deutlich größere Tiere dieser Art. Der Bothropskomplex ist ein sehr schwieriger Komplex und wird wahrscheinlich nie vollständig aufgeklärt werden.
Die Paarungszeit sollte im November bis Januar sein. Mal sehen ob uns die Zucht gelingt. Einfach ist sie leider nicht bei dieser wunderschönen Art.

Metlapilcoatus olmec/Springlanzenotter (PEREZ-HIRAREDA, H.M. SMITH & JULIA-ZERTUCHE, 1985)
Diese Art ist nachgewiesen in Teilen Mexikos und Guatemala. Sie ist für uns als "Mini Buschmeister" zu verstehen, da ihre Zeichnung von einer Lachesis muta muta nicht viel abweicht und fast die gleiche Lebensweise hat und um die 60-70cm groß wird. Ein befreundeter Züchter aus Österreich überlässt uns ein Holdback Pärchen, worüber uns sehr freuen und womöglich im nächsten Jahr schon die ersten Nachzuchten haben könnten.

Echis carinatus sochureki/Sandrasselotter (STEMMLER, 1969)
Der Echis Komplex hat eine weite Verbreitung und dort wo sie vorkommen, sorgen sie für zahlreiche Bissunfälle. Ihre geringe Größe, von nur 60-70cm, spiegelt in keinerlei Hinsicht ihre Gefährlichkeit wieder. Diese Art ist wirklich sehr giftig und muss mit absoluter Vorsicht behandelt werden.
Grundsätzlich sind sie einfach in der Haltung. Der einzige Unterschied zu den meisten anderen Arten die wir halten ist, das man die Tiere erst mit Heimchen anfüttert in der Aufzucht.
Unsere Tiere haben ihren Ursprung im Oman und sind Nachzuchten von Michael Kreuzer.

Cerastes gasperettii/Arabische Hornviper (LEVITON & ANDERSON, 1967)
Diese Tiere haben auch sehr großes Verbreitungsgebiet vom Jemen, Oman, Israel, Jordanien, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie leben in Wüsten, Halbwüsten und in der Nähe von Oasen. Ihre Fortbewegungsart ist Seitenwinden und sie sind eierlegend.
Die Haltung von guten etablierten Nachzuchten ist problemlos, allerdings ist die Aufzucht von Jungtieren recht schwierig, da sie anfangs nur Geckos fressen. Im Alter von 7-10 Monaten sind sie dann aber stabil.

Python regius/Königspython (SHAW, 1802)
Der Evergreen unter den Schlangen. Bei dieser Art besteht allerdings kein Zuchtinteresse.
Sie haben ein tolles ruhiges Gemüt und gehören zu den ersten Schlangen in meiner Haltung.